Wichtige Hinweise zu Zerkarien an den Badestellen im Amtsgebiet
Zerkarien sind kleine Larven von Saugwürmern, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sie kommen vor allem in Teichen und Seen vor, insbesondere in Pflanzenreichen und flachen Uferbereichen sowie dort, wo viele Enten schwimmen. Die Larven entwickeln sich in Süßwasserschnecken und verlassen diese ab einer Wassertemperatur von etwa 20 °C. Normalerweise befallen Zerkarien Wasservögel, können aber auch Badegäste befallen.
Möglichkeit von Messungen und Vorhersagen
Eine genaue Vorhersage oder „Messung“ eines gehäuften Vorkommens von Zerkarien ist nicht möglich. Die Anzahl der Zerkarien im Wasser kann sprunghaft ansteigen, wenn beispielsweise warmes Wetter auf einige kältere Tage folgt. Da Zerkarien nicht mit bloßem Auge erkennbar sind, fällt ihr vermehrtes Auftreten erst auf, wenn bereits Fälle von Badedermatitis vorliegen. Die Gefahr besteht vor allem in zwei Hauptzeiten: im Frühsommer zu Beginn der Badesaison sowie im Spätsommer, besonders nach Schönwetterperioden (Dauer jeweils etwa eine Woche).
Folgen eines Befalls
Der Mensch ist für Zerkarien ein Fehlwirt. Dringen die Larven in die menschliche Haut ein, werden sie dort durch das körpereigene Immunsystem abgetötet. Dies kann zur sogenannten Badedermatitis (auch „Wasserhibbeln“) führen:
Symptome: Erstkontakt verläuft meist symptomlos oder mit leichtem Juckreiz/Hautausschlag nach wenigen Minuten bis zu einer Stunde. Bei erneutem Kontakt kann es nach ca. 10–24 Stunden zu starkem Juckreiz und knotig-fleckigem Hautausschlag (Quaddeln) kommen. In seltenen Fällen treten allergische Reaktionen, Fieber oder Schockzustände auf.
Verlauf & Maßnahmen: Die Hautveränderungen heilen normalerweise innerhalb von 10 bis 20 Tagen folgenlos ab. Quaddeln sollten nicht aufgekratzt werden, um Entzündungen zu vermeiden. Linderung bieten Antihistaminika sowie kühlende und antiseptische Gele. Bei stärkeren Beschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen
Gefahrenbereiche meiden: Flachwasser und Pflanzenreiche Bereiche meiden oder rasch durchschreiten. Nach Möglichkeit von einem Steg aus baden.
Verhalten nach dem Baden: Nasse Badebekleidung ablegen, den Körper direkt gut abrubbeln und abtrocknen. Das Duschen sollte erst anschließend erfolgen.
Verzicht auf das Baden: Wenn kürzlich andere Badegäste eine Badedermatitis bekommen haben, auf das Baden verzichten.
Wasservögel nicht füttern: Keine Enten oder andere Wasservögel füttern. Dadurch wird deren Anzahl an der Badestelle, die Verschmutzung durch Verkotung und somit das Aufkommen von Endwirten gering gehalten.
Weitere Informationen entnehmen Sie den beigefügten Faltblatt des Landesamtes für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite der Landesregierung, diese ist rechts verlinkt.
Bei Fragen zur Badegewässerqualität und Gesundheit wenden Sie sich an:
Kreis Rendsburg-Eckernförde
Der Landrat
Fachdienst Gesundheitsdienste
Gesundheitsschutz
Anschrift: Kaiserstraße 8, 24768 Rendsburg
Telefon: 04331/202-560
E-Mail:
Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein
Dezernat Umweltbezogener Gesundheitsschutz
Anschrift: Gartenstraße 24, 24534 Neumünster
Telefon: 04321/913-4000
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